Schweinchen Check-Up
Regelmäßige Untersuchungen helfen, Krankheiten früh zu erkennen und die Lebensqualität Ihres Schweinchens zu sichern.
CheckListe TÜV
1. Allgemeiner Gesundheitszustand
- Verhalten: Aktiv, neugierig, frisst und bewegt sich normal?
- Haltung: Kein Humpeln, keine schiefe Kopfhaltung?
- Gewicht: Regelmäßige Gewichtskontrolle (mind. 1x pro Woche) – Gewichtsverlust beachten!
2. Fell & Haut
- Fell: Glänzend, dicht, keine kahlen Stellen, Wunden oder Verfilzungen?
- Haut: Keine Schuppen, Krusten oder Rötungen?
- Parasiten: Keine Milben, Haarlinge oder Punkte sichtbar?
- Raumforderungen: Abtasten; Keine Beulen, Dellen, Zysten, Knoten, Abszesse ertastbar?
3. Augen & Ohren
- Augen: Klar, nicht eingefallen, ohne Tränenfluss, Fremdkörper, Eiter oder Schwellungen?
- Ohren: Sauber, ohne Rötungen, weiße Beläge, Verdickungen oder Ausfluss?
4. Nase & Atmung
- Nase: Trocken, ohne Ausfluss oder Niesen, Krusten?
- Atmung: Ruhig, keine rasselnden oder pfeifenden Geräusche? Auf typische Flankenatmung achten, starkes Heben und Senken des Brustkorbes.
5. Zähne & Maul
- Zähne: Gerade, nicht zu lang, keine Fehlstellungen (V-Form der unteren Schneidezähne, Lücken)? Keine Futterreste, insbesondere an den oberen Vorderzähnen?
- Maul: Kein Speichelfluss oder Rötungen an den Lippen? Keine Verkrustungen, Wunden (Bißverletzungen), Verschorfungen, Lippenränder glatt?
6. Krallen & Pfoten
- Krallen: Nicht zu lang, nicht verformt, nicht verdreckt?
- Pfoten: Keine Schwellungen, Druckstellen oder Verletzungen?
7. After & Geschlechtsbereich
- Sauberkeit: Kein Kot oder Urin am Fell verklebt?
- Keine Schwellungen oder Entzündungen im Genitalbereich? Kein (übel riechender) Ausfluss
- Perinealtasche bei Böcken: Sauber, nicht überfüllt?
- Penis: Sauber, ohne Fremdkörper (Heu, Haare), lässt sich normal einziehen?
8. Kot & Urin
- Kot: Feste, gleichmäßige Köttel – kein Durchfall, kein verformter oder sehr harter Kot?
- Urin: Keine Blutspuren, normale Farbe (leicht milchig)?
9. Ernährung & Wasseraufnahme
- Frisst es normal? (Heu, Frischfutter, Kräuter)
- Trinkt es genug Wasser?
- Kein selektives Fressen?
10. Verhalten in der Gruppe
- Zeigt normales Sozialverhalten?
- Keine Aggressivität oder Rückzug?
Meine Empfehlung
- Tägliche Kontrolle: Verhalten sich alle Tiere wie gewohnt? Schaut Euren Tieren in die Augen, sitzt ein Tier isoliert in der Ecke, wird es gemobbt, gejagt? Kot und Urin betrachten.
- Wöchentliche Kontrolle: Gewicht, Fell, Krallen, Augen & Zähne
- Monatliche Kontrolle: Umfassender Check gemäß dieser Liste
Bei Auffälligkeiten vereinbart bitte einen Termin beim Tierarzt!
Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie soll nur eine Hilfestellung im Alltag sein.
Copyright: Kellinghusener Cremeschnitten
Allgemeines zur Haltung
Meerschweinchen sind Rudeltiere und müssen deshalb immer mindestens zu zweit gehalten werden. EINZELHALTUNG IST TIERQUÄLEREI! Auch ein Kaninchen ist nicht der richtige Partner für ein Meerschweinchen. Jedes dieser Tiere braucht einen Artgenossen um glücklich zu sein.
Gruppenkonstellation
Hier erfahrt ihr, welches Tier wann mit wem ausziehen kann, damit ihr ungefähr wisst, wann Euer Traumtier zu Euch ziehen kann. Natürlich ersetzt dass kein persönliches Gespräch mit mir aber gibt Euch eine grobe Richtung.
Folgendes ist grundsätzlich zu beachten:
- Es zieht immer ein älteres Tier (ab 4 Monate) mit einem oder mehreren jüngeren aus, es sei denn sie ziehen in eine bestehende Gruppe mit Alttier.
- Jede Gruppe benötigt mindestens einen Kastraten.
- Ein zweiter Kastrat kann in eine bestehende Haremsgruppe integriert werden, ich rate hier aber zu 5+ Weibchen und ausreichend Platz.
- Alle Frühkastrate können ab angegebenem Abgabezeitpunkt alleine in bestehende Gruppe oder mit einem meiner adulten Tiere ausziehen.
Beispiel für eine Gruppe mit 2 Tieren:
1 älterer Kastrat und 1 jüngerer Frühkastrat
1 älterer Kastrat und 1 Weibchen (Alter egal)
1 jüngerer Kastrat und 1 älteres Weibchen
(natürlich sind individuell die Charaktere zu beachten)
Beispiel für eine Gruppe mit 3 Tieren:
1 älterer Kastrat und 2 jüngere Frühkastrate
1 älterer Kastrat und 2 Weibchen (Alter egal)
1 jüngerer Kastrat und 1 älteres Weibchen, 1 weiteres Weibchen (alter egal)
(natürlich sind individuell die Charaktere zu beachten)
Beispiel für eine Gruppe mit 4 Tieren:
1 älterer Kastrat und 3 jüngere Frühkastrate
1 älterer Kastrat und 3 Weibchen (Alter egal)
1 jüngerer Kastrat und 3 Weibchen - eins davon älter
(natürlich sind individuell die Charaktere zu beachten)
Bei 2 Kastraten benötigen sie mindestens 6 Weibchen und 4qm Bodenfläche.
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Kastratenhaltung
So klappt die harmonische Jungs-WG
Bei einer Neuanschaffung von Meerschweinchen habt ihr die wunderbare Möglichkeit, eure Gruppe so zusammenzustellen, dass sie langfristig harmonisch bleibt.
Da es oft nicht viele Weibchen zu kaufen gibt, ist eine Kombination aus mindestens zwei Kastraten eine tolle Alternative. Richtig geplant, können auch Männergruppen sehr friedlich und glücklich zusammenleben.
Darauf solltet ihr achten:
- Mindestens ein erfahrener Erzieher
In einer neuen Gruppe sollte mindestens ein älteres Tier (ab ca. 5 Monaten) dabei sein, das die Jungtiere sozial prägt.
Erfahrene Tiere bringen Ruhe in die Gruppe und zeigen den Jüngeren wichtiges Sozialverhalten.
- Gerade Tieranzahl
Kombinationen wie 2, 4 oder 6 Tiere haben sich besonders bewährt.
Natürlich gibt es Ausnahmen – Charakter und Alter spielen ebenfalls eine Rolle – aber gerade Gruppen verhindern oft, dass ein Tier außen vor bleibt.
- Ausreichend Platz
Platz ist immer wichtig – bei männlichen Tieren aber noch mehr.
Je mehr Fläche, desto geringer die Gefahr von Reibereien. Richtwert: mindestens 2 m² Grundfläche für zwei Tiere, und entsprechend mehr bei größeren Gruppen.
- Eigene Rückzugsorte
Jedes Tier sollte einen eigenen Unterschlupf haben – immer mit mindestens zwei Ein- und Ausgängen, damit kein Tier in die Ecke gedrängt werden kann.
- Gute Sozialisation
Ideal ist es, wenn die Tiere bereits in Gruppen aufgewachsen sind. So kennen sie den Umgang mit Artgenossen und reagieren entspannter in neuen Konstellationen.
- Gruppenerweiterung
Habt ihr bereits 2 Kastraten und möchtet die Gruppe erweitern, nehmt am besten mindestens zwei weitere Jungtiere dazu.
So verhindert ihr, dass die beiden Erwachsenen sich nur um ein einzelnes Jungtier streiten. Die Neuzugänge sollten jung und frühkastriert sein, um sofort sicher in die Gruppe integriert werden zu können.
- Schneller Ersatz bei Verlust
Verstirbt ein Gruppenmitglied, kann die Harmonie leiden.
In meiner Meerschweinchen-Notstation oder bei Züchtern meines Vertrauens gibt es oft Frühkastrate zur Vermittlung, sodass die Gruppe schnell wieder vollständig ist.
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Frühkastration
Warum Frühkastration bei Meerschweinchen so wichtig ist
Frühkastration bedeutet, dass ein Bock vor der Geschlechtsreife (meist im Alter von 4–6 Wochen, bei gutem Gesundheitszustand) kastriert wird.
Das bringt viele Vorteile – für Tier und Halter:
- Sicheres Zusammenleben von Anfang an
Die Kleinen können bei der Mutter bleiben oder sofort zu Weibchen ziehen – ohne Risiko einer ungewollten Trächtigkeit.
- Artgerechte Gruppenhaltung
Ein Kastrat lebt idealerweise mit 1–4 Weibchen zusammen. Andere Konstellationen sind ebenfalls möglich, z. B. Kastrat/Kastrat oder Kastrat/Bock.
- Bessere Verträglichkeit
Frühkastrierte Böcke sind oft gelassener im Umgang mit anderen Böcken und vertragen sich gut mit älteren Männchen.
- Flexible Vergesellschaftung
Verstirbt ein älterer Partner, kann der jüngere Kastrat problemlos wieder mit einem Frühkastraten oder Weibchen vergesellschaftet werden.
- Leichtere Vermittlung
Sollten Sie sich irgendwann von Ihrem Tier trennen müssen, finden adulte Kastraten meist deutlich schneller ein neues Zuhause als adulte Böcke.
Hinweis: Eine Kastration kostet je nach Tierarzt ca. 120 – 180 € pro Tier – kaufen Sie daher immer direkt kastrierte in Notstationen (oder bei einem verantwortungsvollen Züchter) und niemals potente Böcke.
Frühkastration ist der Schlüssel für ein harmonisches, artgerechtes Zusammenleben – und schützt vor vielen Problemen in der Haltung.
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Eigene Erfahrungen
- Ryo
Ich bin zu vielen verschiedenen Tierärzt:innen gegangen, bis ich endlich eine gefunden habe, die Ryo wirklich helfen konnte. Er hatte einen Kieferabszess, der bereits seinen Kiefer stark angegriffen hatte. Jeden Tag musste ich ihn sorgfältig spülen und mit Medikamenten versorgen, um seine Gesundheit zu erhalten.
- Miu
Bei einer Prügellei hat sie einen ihrer unteren Zähne verloren, der leider nicht mehr nachwächst.
- Yumi
Sie kam leider bereits erkältet über den Tiertransport zu mir. Trotz Behandlung mit Medikamenten besserte sich ihre Erkältung nicht, und sie entwickelte eine Mittelohrentzündung, durch die sie ihren Kopf ständig schief hielt.
- Tami
Sie ist das perfekte Beispiel für ‚nur einmal Babys‘ – leider wurde sie blind geboren und kam über eine Notstation zu mir. Trotz ihrer Einschränkung bereichert sie mein Leben und zeigt, wie wertvoll jedes einzelne Meerschweinchen ist.